Zertifizierung für alles und alle

Für eine Nachhaltigkeitszertifizierung für ALLE Agrarprodukte weltweit hat sich Ende Dezember 2017 die Union für Öl- und Protein-Pflanzen e.V. (UFOP) ausgesprochen. Die UFOP ist die Interessenvertretung der hiesigen Landwirte, die Pflanzen zur Öl- und Eiweißgewinnung anbauen – also insbesondere Raps. Auch die hiesigen Weiterverarbeiter von Raps sind in der UFOP organisiert. In der Pressemitteilung der UFOP vom 19.12.17 heißt es u.a.:

„Die Umwandlung von Urwald und anderen für den Umwelt- und Klimaschutz notwendigen Flächen stößt zunehmend auf öffentlichen und politischen Widerstand. Daher müssen für alle Anbauregionen verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen geschaffen werden, wie sie bereits in der Erneuerbare-Energien Richtlinie für Biokraftstoffe und die für ihre Herstellung benötigten Anbaubiomasse auch für Staaten außerhalb der EU festgelegt sind. Forderungen werden lauter, diese Anforderungen im Sinne eines „level-playing-fields“ für einen globalen, fairen Wettbewerb ohne Umwelt- oder Sozialdumping, unabhängig von der Endverwendung weiterzuentwickeln.“

Und weiter:

„Auf der Südhalbkugel ist vor allem die Durchsetzung sozialer Standards sowie die Frage des Landerwerbs und -besitzes die entscheidende Voraussetzung für eine nachhaltige Biomasseproduktion. Illegale Urwaldrodungen bzw. Landnutzungsänderungen für neue Palmölplantagen oder für den Sojaanbau müssen beendet werden,“

fordert die UFOP.

Eingeleitet wird die Pressemitteilung mit dem Hinweis, dass auf der Nordhalbkugel die landwirtschaftlichen Nutzflächen eher schrumpfen – beispielsweise weil sich Verkehrs- und Siedlungsflächen immer weiter ausdehnen. Und auch deshalb, weil zumindest in Deutschland landwirtschaftliche Nutzflächen wegen der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung im Bundesnaturschutzgesetz zunehmend in Naturschutzflächen (Kompensationsflächen) umgewandelt werden. Dem Schrumpfen der landwirtschaftlichen Nutzflächen auf der Nordhalbkugel stehe auf der Südhalbkugel eine stetige Zunahme gegenüber. So werden die Sojaanbaufläche in Südamerika ebenso ausgedehnt wie die Palmölplantagen in Südostasien, insbesondere in Indonesien.

Das Plädoyer der UFOP für eine generelle Nachhaltigkeitszertifizierung ist sicher nicht ganz uneigennützig. Wenn zumindest alle Agrarprodukte, die in die EU eingeführt werden, einer Verpflichtung zur Nachhaltigkeitszertifizierung unterliegen würden, wäre einheimischer Raps konkurrenzfähiger. Öl- und Eiweißprodukte, die bislang unter Bedingungen des Sozial- und Ökodumpings in Überseeländern hergestellt werden, verlören dadurch einen Teil ihres Preisvorteils.

In ihrer Pressemitteilung äußert sich UFOP nicht zu dem Problem, wie man zumindest für die landwirtschaftlichen Importe in die EU eine generelle Verpflichtung zur Nachhaltigkeitszertifizierung durchsetzen könnte.

Weitere Auskünfte zur UFOP-Positionierung:
UFOP e. V.
c/o WPR COMMUNICATION
Norbert Breuer
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Tel.: 030/440388-0
Fax: 030/440388-20
E-Mail: info@ufop.de

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