Zur Kritik an der Bioökonomie …

… hat das Informationszentrum Dritte Welt (iz3w) in Freiburg im Aug. 2018 ein Schwerpunktheft seiner Zeitschrift „iz3w-Magazin“ publiziert. Die Inhaltsübersicht der Ausgabe 368 des iz3w-Magazins kann hier angeklickt werden. Wir von der Freiburger agrofuel-Gruppe „Energie-Hunger – Nein Danke!“ empfehlen den Kauf der Schwerpunktausgabe zur Bioökonomie – nicht zu letzt deshalb, weil unsere Gruppe selbst einige Beiträge zu dem Themenheft Bioökonomie beigesteuert hat.

Das  iz3w-Schwerpunktheft zur Bioökonomie widmet sich auch der synthetischen Biologie. Hierzu findet sich ein Interview mit dem Titel »Die Macht dieser Technologie ist enorm« mit Pat Mooney. Seit über 40 Jahren analysiert die Action Group on Erosion, Technology and Concentration (ETC-Group) die Folgen der industriellen Landwirtschaft für Menschen in marginalisierten Regionen. iz3w hat den  ETC-Aktivisten Pat Mooney gefragt, was die Verschmelzung von synthetischer Biologie und Informationstechnologie für das künftige Ernährungssystem bedeutet.

(Mehr zur Kritik an der Bioökonomie findet sich in dem untenstehenden Beitrag vom 11. Nov. 2017.)

 

EU-Palmöl-Einfuhren steigen weiterhin

Der Palmölverbrauch der EU ist im Jahr 2017 um sieben Prozent gestiegen. Das ist eine der wesentlichen Aussagen eines HANDELSBLATT-Artikels, der hier heruntergeladen werden kann.

Der Artikel ist im Aug. 18 in „edison“ erschienen, einem HB-Magazin für die elektrischen Zukunftswelten. In dem Artikel heißt es weiter, dass über  die Hälfte des importierten Öls mittlerweile in unsere Autotanks komme. Bereits 2014 seien das 45 Prozent gewesen. Der Einsatz von Palmöl im Diesel habe sich zwischen 2010 und 2014 versechsfacht.

Zusammengenommen habe „die energetischen Verwendungen wie Transport, Stromerzeugung und Heizung 2014 rund 60 Prozent des gesamten europäischen Palmölverbrauchs“ ausgemacht. „Für nicht-energetische Zwecke – also für Lebens- oder Futtermittel, Kosmetika und Seife – fiel der Verbrauch zwischen 2010 und 2014 dagegen um ein Drittel. Der Verbrauch steigt also weiter an, obwohl der Einsatz von Palmöl in der Nahrungsmittelproduktion sinkt.“ Europa sei heute „der weltweit zweitgrößte Importeur von Palmöl“.

Hingewiesen wird in dem Artikel, dass eine Studie der Europäischen Kommission ergeben habe, „dass die Klimaauswirkungen von Biodiesel aus Palmöl dreimal höher sind, als die von normalem Diesel“. Der Flächenfraß, den die Palmöl-Pflanzungen auslösen, fördere „neben der Entwaldung auch die Entwässerung der Torfgebiete in Südostasien, Lateinamerika und Afrika“.

Menschenrechtsverletzungen beim Palmölanbau in Indonesien

 

attac hat im Aug. 2018 ein neues Factsheet 
vorgestellt - mit folgenden Worten:

"Es ist kaum möglich, in einem landläufigen 
Supermarkt einzukaufen, ohne dass Palmöl 
mit im Korb liegt – oder für die Autofahrt 
dorthin an der Tanksäule gezapft wird. 
Zugleich ist der Rohstoff massiv umkämpft: 
Bauern-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen 
protestieren, die Politik schafft zweifelhafte 
Lösungsvorschläge und die Wirtschaft zaubert 
grüne Deckmäntelchen. 
Etwa die Initiative „Runder Tisch für 
nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), dessen Siegel 
verantwortungsvoll wirtschaftende 
Unternehmen hervorheben soll. Doch ohne echte 
Verbesserungen: weiterhin geht die Palmöl-
Produktion mit massiven Menschenrechts-
verletzungen einher, auch bei
gesiegelten Produkten." 

Das attac-Factsheet kann hier 
heruntergeladen werden.

Nachhören: Studiodebatte Bioökonomie

Kann mit dem Einsatz von Biomasse im Energiesektor der Wandel von einer klimschädlichen erdöl- und kohlebasierten Wirtschaft zu einer klimaneutralen nachhaltigen Energiepolitik gelingen? Unter welchen Voraussetzungen ist Biomasse sinnvoll? Oder erweist sich die Bioökonomie im Energiesektor als Büchse der Pandora?

Im Studiogespräch des südnordfunks vom 07. November 2017 wurde der Blick auf südnordpolitische Aspekte geworfen und die Frage diskutiert, welche sozialen und ökologischen Risiken mit dem Anbau und Import von Biomasse aus dem Globalen Süden verbunden sind. „Nachhören: Studiodebatte Bioökonomie“ weiterlesen

Großes Interesse an Podiumsdiskussion

Nahezu 70 Interessierte bei Podiumsdiskussion zur zukünftigen Biomassepolitik.

Vergangenen Montag entwickelte sich im Gemeindesaal der Ludwigskirche in Freiburg eine angeregte Debatte über die zukünftige Biomassepolitik in Deutschland und Europa und deren globale Auswirkungen.

Bei heißen Temperaturen nahmen Vertreter*innen von CDU, SPD, Bündnis 90 – Die Grünen und Die LINKE Stellung zu Klimaschutz, Mobilität und Energieversorgung im Zusammenhang mit der Verwendung von Biomasse für energetische Zwecke.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

 

Energiehunger – Nein Danke! ist Teil der LivingLand-Initiative

Ein breites Bündnis von über 600 Unternehmen und Organisationen tritt in der LivingLand-Initiative für die Vision einer fairen, nachhaltigen und naturverträglichen europäischen Agrarpolitik ein. Zudem wurden rund 260.000 Stimmen von Bürgerinnen und Bürgern für eine andere Agrarpolitik gesammelt und dem Agrarkommissar Hogan in Brüssel in einem symbolischen Akt übergeben.
„Energiehunger – Nein Danke! ist Teil der LivingLand-Initiative“ weiterlesen