Basta! Agrarpolitik vernichtet indigene Gemeinschaften in Brasilien!

Die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt fordert mit ihrem Appell die deutsche Bundesregierung dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass Deutschland konsequent gegen die Politik der Vernichtung indigener Gruppen in Brasilien vorgeht. Sie soll sicherstellen, dass kein Soja, Rindfleisch oder Mineralien aus gerodetem indigenem Land in Brasilien nach Deutschland importiert wird. Und sie soll dafür sorgen, dass deutsche Firmen sich nicht an der zukunftszerstörenden und menschenverachtenden Politik in Brasilien beteiligen!

Energie Hunger Nein Danke unterstützt diese Anliegen und diesen wichtigen Aufruf. Lesen Sie mehr zum Hintergrund und unterstützen Sie den Aufruf – hier der Link zum Appell auf der Website der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW).

Hintergrund: Desaströse Politik von Jair Bolsonaro

Brasiliens Wälder sind seit der Präsidentschaft von Jair Bolsonaro quasi ein rechtsfreier Raum. Besondere Schutzgebiete der indigenen Bevölkerung werden ohne offizielle Genehmigung von angrenzenden Landwirten markiert und geplündert. Die gerodeten Flächen werden anschließend hauptsächlich zum Anbau von Soja und zur Rinderhaltung genutzt. Durch dieses Vorgehen wird nicht nur ein weiterer Teil eines der wertvollsten Ökosysteme der Welt – der brasilianische Regenwald – zerstört: Tausende Indigene werden ihrer Lebensumgebung und ihrer Rechte beraubt!

Unmittelbar nach seiner Wahl erließ der rechtsextreme Präsident Bolsonaro zahlreiche Gesetze zur Schwächung der Menschen- und Umweltrechte. Dabei muss insbesondere die Entmachtung der Indigenenschutzbehörde FUNAI genannt werden. Bolsonaro übertrug die Verantwortung für die Schutzgebiete der indigenen und afrobrasilianischen Gemeinschaften dem Landwirtschaftsministerium, dessen Vorsitzende die Agrarlobbyistin Tereza Cristina ist. Diese macht keinen Hehl daraus, dass sie sich weder für Umweltschutz noch für die Rechte der Indigenen, sondern für intensive landwirtschaftliche Nutzung von Großflächen einsetzt. Seit vielen Jahren boomt der Soja-Export aus Brasilien. Hauptabnehmer sind China sowie Europa und damit auch Deutschland. Wurden 2012 noch 65 Millionen Tonnen Soja aus Brasilien exportiert, waren es 2018 bereits 115 Millionen Tonnen. Der überwiegende Teil des angebauten Sojas wird als Futtermittel eingesetzt, Sojaöl kommt in erheblichem Masse als Biosprit zum Einsatz. Nur ein geringer Teil von zirka sechs Prozent des „Fleischersatzes“ Soja wird als Nahrungsmittel direkt für die Menschen produziert. Um diese Rekordmengen anbauen zu können, entstanden allein im zweitgrößten Ökosystem Brasiliens, dem Cerrado, binnen zwei Jahren über 13 Millionen Hektar Anbaufläche für Soja-Monokulturen. Dafür werden riesige Flächen des Regenwaldes gerodet und Flussarme des Amazonas trockengelegt. Die anschließende einseitige Bewirtschaftung der Ackerflächen schädigt nicht nur die Böden. Sie nimmt den indigenen Gruppen die Lebensumgebung und wichtige Grundlagen ihrer Ernährung.

Rindfleisch, Soja, Pestizide

Auch der Rindfleischimport aus Brasilien nach Deutschland ist auf einem sehr hohen Niveau und beläuft sich auf etwa 9.000 Tonnen. Der übliche Weg der Flächenausweitung in Brasilien ist, dass neu gerodete Flächen zunächst zur Viehhaltung genutzt werden. Der Sojaanbau wird dann später auf bisher zur Viehhaltung genutzte Flächen ausgeweitet. Dadurch wird der Zusammenhang von neu gerodeten Flächen und dem Sojaanbau vertuscht. Die immense Ausweitung der Sojaflächen geht auch einher mit einer Ausweitung des Einsatzes von Agrargiften. Die brasilianische Regierung und die mit ihr verbündete Agrarindustrie versuchen gerade, die entsprechenden Gesetze in Brasilien noch weiter aufzuweichen. Schon heute ist Brasilien das Land mit dem höchsten Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln weltweit. Es werden diverse Pflanzengifte eingesetzt, die aufgrund ihrer Schädlichkeit für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen in Europa nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Wer den Appell aktiv mit unterstützen möchte, kann hier direkt eine Unterschriftenliste herunterladen und aktiv werden.

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